Gerüchteweise soll Märklin auch bei der CS3 RailCom einführen. Ein kleiner hoffnungsmachender Anfang wurde mit den Decodern gemacht, die in den aktuellen Lokomotiven der Marke Trix zum Einsatz kommen.

Einen Workaround mit RFID teste ich gerade. Dieser Workaround erlaubt es, bestimmte Ereignisse nur für bestimmte Fahrzeuge auszulösen. So kann ein Personenzug nach Überfahren des RFID-Lesers auf das Bahnsteiggleis 1 geschickt werden, während z. B. Güterzüge, die über denselben RFID-Leser fahren, die Bahnsteiggleise umfahren. Der unter das Traktionsfahrzeug geklebte Tag macht den Unterschied.

Mit etwas Aufwand in der erweiterten Ereignisprogrammierung kann dank der RFID-Technik die Zugverfolgung sogar ohne händische Eingriffe automatisiert werden.

Das sollte eigentlich mit RailCom noch viel besser gehen, und auch dieses Projekt habe ich angefangen und teste gerade die ersten Gehversuche der CS3 mit Railcom.

Die Arbeit fing damit an, einen RC-Detector zu bauen. Inzwischen funktioniert der mit gewissen Einschränkungen. Ich wollte aber die Hardware möglichst einfach halten. Es geht z. B. nur der Rückmeldekanal 1, der die Decoderadresse auf dem Gleisabschnitt des Detectors ausgibt. Eine andere Einschränkung ist die fehlende Möglichkeit, 2 oder mehr Fahrzeugdecoder auf dem Gleisabschnitt zu erkennen.

Ähnlich wie bei der RFID-Technik werden RC-Adressen und S88-Rückmelder miteinander verknüpft. Wenn die Baureihe 24 (24 047) den RC-überwachten Gleisabschnitt befährt, wird beispielsweise der Rückmeldekontakt 2447 aktiviert. Dieser Kontakt kann im Prinzip jeder nicht verwendete S88-Kontakt sein. Davon gibt es in der CS3 meistens mehr als genug und wenn die Kontakte nicht reichen, kann man den Vorrat an freien Kontakten mit einem LinkS88 kräftig erweitern.

Die Zuordnung der RC-Codes zu den S88-Kontakten wird im Web-Interface für die Konfiguration des Detectors gemacht:

Tabelle mit der Zuordnung der Lok-Adressen zu S88 Rückmelden. Im oberen Teil kann die Tabelle zeilenweise editiert werden.
In der CS3 wird ein Kontakt angelegt mit dem Namen der Lok, die sich mit der RailCom Adresse 2447 meldet. In Zeile 1 der Tabelle wird die Zuordnung zu LinkS88 (Device ID 1), Bus 1, Modul 7 und Kontakt 1 festgelegt.

Weil ja nicht alle Loks einen RailCom-fähigen Decoder haben, gibt es zusätzlich einen Standard-S88-Rückmelder, der einfach nur die Belegtmeldung übernimmt. Dieser wird in den Einstellungen des RC-Detectors definiert,

Weil ich eine CS3 (ohne +) betreibe, verwende ich einen LinkS88, der mehr als genug freie S88-Adressen bereitstellt. Dieses Gerät hat die Geräte-Kennung 1. Für die Standardbelegtmeldung nutze ich eine S88-Adresse auf Bus 1 (Kontakte 1000 – 1496), auf diesem Bus 1 das nicht physikalisch vorhandene Modul 1 mit dem Kontakt 1. Mit einem abfallverzögerten Timer wird der Kontakt entprellt. Alle Belegtmeldungen erreichen die CS3 über das CAN-Protokoll über ein WLAN-Netzwerk. Dafür wird die Angabe der IP-Adresse der CS3 benötigt. Zum Debuggen kann ein PC herangezogen werden mit einem seriellen oder TCP-Monitor-Programm.

Im unteren Bereich wird festgelegt, wie viele verschiedene RC-Adresscodes der RC-Detector in S88-Kontakte übersetzen soll. Aktuell sind maximal 32 verschiedene Adressen bzw. Kontakte möglich.

Gibt es neue Fahrzeuge mit einem RailCom-fähigen Decoder, kann man auf der Informationsseite des Detectors nachsehen, wie es sich meldet.

Hier ist eine Lok auf das Gleis mit dem RC-Detector gefahren, deren Adresse nicht in der Tabelle enthalten ist. Der als Standard-S88-Kontakt benannte Rückmelder 1001 löst aus und die Web-Seite zeigt Belegt, die Adresse 6400 und die Aufgleisrichtung der Lok an.

Wenn man mit der Lok 06400 besondere Aktionen verbinden möchte, die nur bei dieser Lok ausgelöst werden, sollte sie in die Tabelle weiter oben mit aufgenommen werden und einen eigenen S88-Kontakt erhalten.

Wird eine in der Tabelle aufgeführte Lok in diesen RC-Gleisabschnitt gefahren, wird der zugewiesene Kontakt ebenfalls angezeigt. Der Standardkontakt löst aber auch aus.

Die Piko BR82 005 ist auf das Gleis mit dem Detector gefahren und zeigt, dass der S88 Kontakt mit der Nummer 1100 aktiviert wird (Bus 1, Modul 7, Kontakt 4).

In der CS3 sieht das so aus:

Damit sind wir in der Lage, nur für eine bestimmte Lok Aktionen auszuführen oder gar komplette Fahrstraßen zu aktivieren.

Booster

Damit das Ganze funktioniert, brauchen wir natürlich eine Austastlücke im Gleissignal, die es den RC-Decodern erlaubt, ihre Information aufs Gleis zu schreiben. Die CS3 generiert die Lücke nicht. Ich verwende deswegen einen nachgeschalteten B4-Booster der Firma TAMS.

Fragen

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© 2022 – 2026 Gerard Clemens – letzte Aktualisierung 21.10.2026