Beim Umrüsten meiner Modulanlage auf NextGen-WLAN-Aktoren und -Sensoren blieben noch einige WDecN-TN-DCC-Zubehördecoder erhalten, die z. B. noch Original-Viessmann-Form­sig­nale mit Doppel­spulenantrieb und mehrere LED-Laternen oder Beleuchtungsartikel bedienten.

Um auch diese letzten Verbraucher unabhängig vom DCC-Gleissignal zu machen, sollten auch diese DCC-Decoder an das WLAN. Das hat den Vorteil, dass diese Zubehörartikel funktionsfähig bleiben, auch wenn mal eine Lok entgleist oder durch andere Ursachen das DCC-Gleissignal nicht da ist. Der bewährte WDecN-TN DCC-Zubehördecoder sollte dabei als Beispiel dienen und 1:1 ersetzt werden. Der neue „Decoder“ wurde „WLANDec“ getauft.


Test der Firmware mit einer LED-Prüfplatine am ersten NextGen Zubehördecoder.
Die Verwandschaft mit den herkömmlichen WDec Decodern ist offensichtlich.

Am 26.11.23 war der Decoder so weit fertig, dass die Betriebsarten 0, 1, 2, 3 und 4 mit Blinken und Spei­cherung funktionierten. Das Ab- und Aufblenden der Signalbegriffe ist offensichtlich in C++ (Arduino IDE) nicht so einfach wie in AVR Assembler. Weiß noch nicht recht, wie ich es einstielen soll.

Neue Erkenntnisse:

Die NID, die Network Identification Nummer, die bei allen CAN-Rückmeldern bisher benötigt wurde, wird eigentlich für einen Zubehördecoder nicht benötigt. Der Decoder wird über die zugewiesene Decoder­adresse ein­deu­tig definiert. Damit man ihn über das Web-Interface einfach konfigurieren kann, benötigt er aber einen Host­namen. Ich habe dafür weiterhin die NID verwendet, wieder mit dem Präfix ‚AP‘. Der Decoder aus der obigen Abbildung präsentiert sich deswegen heute mit „AP3408“.

Für den WLANDEC war wegen der vielen
Einstellungen ein zweites CV Menü erforderlich.
Die Netzwerk-Konfiguration fragt neben Netzwerk
Informationen auch die Decoder-Adresse und
damit auch die erste Ausgangs-Adresse ab.

Der WLANDec wird über eine Decoderadresse oder eine Weichenadresse („Output Pair Address“) defi­niert. Aus einer Decoderadresse werden sofort die zugehörigen Weichenadressen berechnet und aus einer Weichenadresse wird sofort der passende Decoder identifiziert und angezeigt. Man muss nur kurz „Save Settings“ klicken. Wie üblich wird die Decoderadresse in CV001 und CV009 gespeichert. Sie wird parallel dazu nach CV017 und CV018 exportiert, damit z. B. Rocrail mit dem Programmiertool auf den De­coder zugreifen kann. In CV019 und CV020 wird die erste Weichenadresse des Decoders gespeichert.

Auch über die Programmier-Schnitt­stelle im Modell­bahn­steu­er­programm „Rocrail“ kann der Decoder pro­gram­miert werden.

Die Adressierung des Decoders richtet sich nach RCN213, d. h., beispielsweise, dass die eingestellte Weichenadresse 27 intern als Adresse 31 gehandhabt wird. Eine vom Anwender eingestellte Adresse 1 wird intern als 5 gehandhabt.

Das erste Konfigurationsmenü des Decoders.

Eigentlich sind für die Konfiguration über das Web-Interface keine Konfigurationsvariablen notwendig. Weil aber Rocrail eine Programmier-Schnittstelle bietet, die auf Konfigurationsvariablen angewiesen ist, habe ich die CV beibehalten.

CV03 (CV04, 05, 06) Pulse Time Port 1 (2, 3, 4): Hier wird die Dauer der Impulszeit in ms angegeben. Für Weichenspulen ohne Endabschaltung sind Werte zwischen 50 und 500 gängig. Sollte der Ausgang dauerhaft aktiv sein, wie bei Lichtsignalen, so wird eine 0 eingegeben. Die maximale Zeit bei Impulsen beträgt 2550 ms.

CV28 Decoder Opmode Configuration: Hier wird die Betriebsart des Decoders definiert:
CV28 = 0 (128 mit Speicherung) Jeder Ausgang kann individuell ein- und ausgeschaltet werden.
CV28 = 1 (129 mit Speicherung) 4 Ausgangspaare. Typisch für Doppelspulen-Magnetartikel (1) oder für 2-begriffige Lichtsignale (129).
CV28 = 2 (130 mit Speicherung), 2 Gruppen zu 3 Ausgängen und 1 Ausgangspaar.
CV28 = 3 (131 mit Speicherung), 2 Ausgangsgruppen zu 4 Ausgängen.
CV28 = 4 (132 mit Speicherung), Anzeige von 8 oder 16 8-Bit-Signalbildern (engl. „Aspects“).



Auf der Informationsseite werden alle Parameter, alle
eingestellten Adressen und den Zustand der 8
physikalischen Ausgängen angezeigt.

Der WLANDec in einem Gehäuse aus dem 3D-Drucker. Vorne befindet sich der Anschluss für 12 – 16 V Wechselspannung für die Versorgung der Zubehörteile. Hinten ist an den Klemmen ein Testmodul mit 8 LED angeschlossen.

Eigenschaften WLANDec

BezeichnungWert
Versorgungsspannung 12–16 V AC oder 16–20 V DC
Ausgangsstrom pro Ausgang500 mA (1 A kurzzeitig)
Ausgangsstrom gesamt 1 A (Summe für alle Ausgänge)
Prozessor ESP8266 (Wemos/Lolin D1 Mini)
AusgangstreiberULN2803A

Downloads (zum Nachbauen und Ausprobieren)



Anmerkung: Das weiter oben genannte „Cross Fading“ ist aktuell noch nicht implementiert.


© 2023–2026 Gerard Clemens – letzte Aktualisierung 19.4.2026