Mein CAN2WLAN Projekt

Es gibt im Internet diverse Projekte, die aus einer Märklin*) Gleis­box 60116 eine kleine aber komplette Mo­dell­bahn­zen­tra­le machen. Ich habe länger über­legt, eine solche er­weiterte Gleis­box zum Tes­ten meiner WLAN-Rückmelder nach­zu­bau­en, aber mich dann dazu entschieden, lieber eine gebrauchte CS2 zu er­wer­ben. Damit hätte ich dann meine diversen anderen CS2 WLAN Aktoren und Sensoren weiter­ent­wickeln und tes­ten können.

Aber fangen wir vorne an. Seit über ei­nem Jahr steht mir die geliehene CS2 zum Tes­ten der Rückmelder nicht mehr zur Verfügung. Deswegen habe ich auf Ebay, Ebay Kleinanzeigen und beim lo­ka­len Handel nach einer gebrauchten CS2 Aus­schau ge­hal­ten. Offensichtlich we­gen der Corona-Pandemie, aber viel­leicht auch wegen der Chip-Krise, sind ge­brauch­te CS2 richtig Mangelware und für eine gebrauchte muss man schon 400 – 500 Euro aufwenden. Das war mir zu viel.

So kam ich auf die Idee, so wie ich es auch beim Z21 NextGen Projekt mit dem „Mediator“ ge­macht habe, eine CS2 auf einem Wemos D1 Mini zu emulieren. An dieser virtuellen CS2 könnte sich dann das Modell­bahn­steuerprogramm Rocrail **) über das „MBUS“ Protokoll an­melden und die eingehenden WLAN Rück­­mel­dun­gen verarbeiten. Das verwendete Protokoll war TCP. Das war schnell er­le­digt und funktionierte quasi auf An­hieb.


CS2.exe?

Wie ich den CS2 Emulator fertig hatte, habe ich auch probiert, ob die CS2.exe als Slave an dem Emulator funktioniert. Mit einem kleinen Trick konnte der De­mo­mo­dus der CS2.exe in nor­­ma­len Be­trieb an einer CS2 umge­schaltet werden. Für kur­ze Zeit funk­tioniert das Pro­gramm und die S88 Rück­mel­dun­gen von den WLAN Rückmeldern werden richtig ange­zeigt. Nach ca. 1 Minute protestiert die CS2.exe und meldet, dass es ohne (richtige?) CS2 nicht weiter funk­tio­nieren will, was es aber trotzdem tut (aktive Anzeige des Layouts mit den Rück­mel­dern bleibt aktiv). Erst wenn man die Feh­ler­mel­dung quit­tiert, beendet CS2.exe sofort den Betrieb. Leider kann man bei einer anstehenden Fehler­mel­dung das Pro­gramm nicht be­dienen.


CS2 Gateway-Funktion

Einer der wesentlichen Eigenschaften in einer physikalischen CS2 ist die CAN-Gateway-Funk­tion. Ein­ge­hen­de CAN Nachrichten wer­den auf das Ethernet weitergegeben. Ethernet Nach­rich­ten, die an die CS2 (an das Gateway) gehen, werden au­to­ma­tisch in CAN Nach­richten ge­wan­delt und in das interne CAN Netzwerk der Märklin Welt verteilt.

Das CAN-Gateway in der Märklin CS2

Das Gateway ist ideal dafür geeignet, Rückmeldungen im Sys­tem zu verteilen. Die CS2 selbst verwendet die Meldungen im Layout zur Anzeige und zum Aus­lö­sen von Aktionen. Sie gibt die­se Mel­dun­gen aber auch als Broadcast in das ex­ter­ne Ether­net und in das interne CAN Netz­werk weiter, damit Clients wie Mo­dell­bahn­steu­er­pro­gram­me und Apps sie ebenfalls aus­wer­ten können.

Neugierig geworden, ob ich im Emulator auch so eine Funktion hinkriege, habe ich mir ein Star­ter­set mit MS2, Gleis­oval und Gleis­box zugelegt. Ein MCP2515 CAN Modul für einige Euro und das vor­han­de­ne We­mos Modul sollten die Schnitt­stel­le zu der Modell­bahn­steuersoftware bil­den.

Wemos D1 Mini, MCP2515 CAN-Modul und CAN-Buchse an der Gleisbox. Die Ansicht der CAN-Buchse ist von außen. Beide Buchsen sind gleichwertig.

Die vorhandene CS2 Emulation diente als zwar als Grundlage für die neue CAN auf WLAN Bridge Soft­ware, die Verbindung mit der Gleisbox und der MS2 machte aber die CS2 Funk­tio­na­lität überflüssig. Meine Anforderungen:

  • CS2 Emulation ist nicht mehr nötig, die Kernfunktionen und die Kom­mu­ni­ka­tion mit der Modell­bahn­software werden von der Kombination Gleisbox / MS2 über­nom­men.
  • Es müssen lediglich CAN und LAN, bzw. in meinem Falle WLAN gebrückt werden.
  • Die vorhandenen WLAN-Rückmelder sollten mit der Ab­sen­der­adresse des Gate­ways ins WLAN und ins LAN wei­ter­ge­leitet wer­den.
  • Weichen können sowohl von der MS2 als auch von der Mo­dellbahnsoftware ge­schaltet wer­den. Weichen­kom­­man­dos, müssen aber auch in das WLAN/LAN du­pli­ziert werden, weil es möglicher­wei­se WLAN-Aktoren gibt und weil die WLAN Rückmelder mit­hilfe der Wei­chen­kom­man­dos virtuelle Rück­mel­der bilden können.

Rückkehr zu UDP

Am 26.4.2022 habe ich das Gateway mit dem TCP Protokoll verworfen und aus der Kom­bi­na­tion von Wemos D1 Mini und MCP2515 Mo­dul eine Bridge auf Basis des UDP Protokolls ge­macht. Bislang hatte ich alles basierend auf TCP gemacht. Vor allem die individuelle Be­die­nung mehrerer Clients, die mangels Broadcast nicht möglich ist, machte aber die Software aufwändig und träge. Dieser aufwändige TCP-Ser­ver wurde durch einen simplen und schnellen, verbindungs­losen UDP Netzwerkknoten ersetzt. Sowohl Rocrail als auch Win-Digipet be­herr­schen die Kommunikation mit der Märklin Welt auch über UDP!


Wie ist der aktuelle Stand des Projektes?

Es gibt 2 Hauptteilnehmer an der Kommunikation: Auf der einen Seite die Kom­bi­na­tion MS2/Gleisbox mit CAN und auf der anderen Seite den PC mit einer Modell­bahn­soft­ware wie Rocrail oder Win-Digipet***) über WLAN. In die­sem Konzept läuft die Mobile Station 2 (MS2) als reine Handbedienung am CAN Bus mit. Die aus dem Gateway entwickelte CAN2WLAN Bridge dient lediglich der Kommunikation zwischen den Komponenten.

Die Bridge setzt alles, was über CAN am Ste­cker der Gleis­box kommun­iziert wird, ohne Um­­­­­we­­ge auf UDP um­ und schickt das dem PC. Um­ge­kehrt wird alles, was die Mo­dell­bahn­soft­ware auf dem PC über Ether­net/WLAN von sich gibt, ohne Um­we­ge auf CAN umgesetzt und in die Gleis­box ein­ge­speist. Die IP-Adresse des Wemos D1 Mini Moduls stellt quasi die IP-Adresse der Gleis­box dar und diese wird auch in Rocrail oder Win-Digipet als Zentrale ein­ge­tra­gen.

Die Gleisbox 60116 und die MS2 können damit über die Mo­dell­bahn­steu­er­soft­wa­re be­dient werden. Loks und Wei­chen kön­nen auf jeden Fall gesteuert werden. Rocrail zeigt unter Pro­gram­mie­ren → CAN-Bus die Kom­po­nen­ten MS2 und Track­box richtig an und bietet in der Fuß­leis­te eine kompakte Über­sicht über Spannung, Strom und Tem­pe­ra­tur der Gleisbox. Auch Win-Digipet zeigt Strom, Span­nung und Temperatur der Gleisbox an. Es fehlt nur der Au­to­ma­tik­be­trieb.

Für den automatischen Betrieb werden die WLAN-Rückmelder verwendet. Um die Kom­mu­ni­ka­tion ein­fach zu halten, habe ich den 2-Bit WLAN Massemelder und den RMEM2xI ebenfalls auf UDP um­ge­schrieben. Diese Rück­mel­der kom­mu­ni­zie­ren nur mit der CAN-WLAN Brid­ge. Die Bridge setzt die ein­ge­hen­den Rück­­mel­­de­tele­gramme auf Broad­cast Tele­gram­me um. Damit tref­fen diese Tele­gram­me bei der Modellbahnsoftware mit der IP-Adresse der Gleisbox ein und wer­den des­we­gen verar­beitet als kämen sie von einer CS2 Zentrale.

Für die Weichen ist eigentlich alles schon OK. Über die MS2 können die Wei­chen direkt ge­schal­tet wer­den, die Box erzeugt die pas­sen­den Gleissignale und die Ände­rungen werden in der Modell­bahn­soft­ware angezeigt. Wei­chen­be­feh­le, die von der Modellbahnsoftware aus­ge­­löst werden, gehen auf die Gleisbox und erzeugen eben­falls entsprechende Gleis­signale für Standard MM oder DCC Wei­chen­de­co­der.

Weichenbefehle gehen unabhängig vom Ursprung über UDP-Broadcast parallel in das WLAN/LAN. Damit sind wir in der La­ge, die Eigenschaft „virtuelle Rück­mel­der“, die in allen WLAN Rückmeldern eingebaut ist, zu bedienen. Zusätzlich können Zubehörartikel wie Servodecoder für Weichen oder Signale damit auch über WLAN bedient werden.

Sehr preiswerte und minimalistische WLAN-Anbindung der Gleisbox. Wenige Steckbrett-Drahtbrücken genügen. Die erforderlichen 5V kommen hier aus einem USB Steckernetzteil.
Die Gleisbox unter WDP. WDP zeigt in diesem Bild
auch die Artikel­nummer, die Seriennummer und
den Firmwarestand der Gleisbox an.
MCP 2515 und Wemos D1 Mini gemeinsam auf einem Stück Lochrasterplatine. Beide Module sind steckbar. Ein 5-poliger Platinensteckverbinder erlaubt es, die Einheit ohne Lötkolben von der Gleisbox zu trennen. Jetzt wird die 5V Versorgungsspannung aus der Gleisbox über den 5-Poligen Stecker zugeführt.

Die Software für die CAN2WLAN Brücke wurde mit Win-Digipet und Rocrail ge­tes­tet. Eventuelle Updates werden über WLAN (Over The Air = OTA) eingespielt. Im eingebauten Zu­stand ist De­bug­gen über die Web-Schnittstelle und mit YAT („Yet another Terminal“) möglich. Baut man die CAN2WLAN Bridge aus der Gleisbox aus, kann man sich natürlich auch über die serielle Schnitt­stel­le des Wemos D1 Mini das Ge­sche­hen auf dem CAN-Bus oder im WLAN Netzwerk an­sehen. Dabei ist natürlich auf Po­ten­zial­freiheit der USB-Schnittstelle zu achten.

Im Moment laufen nur Rocrail und Win-Digipet, weil sie das UDP Protokoll un­ter­stüt­zen. Für andere Mo­dellbahn­pro­gram­me steht eine Prüfung noch aus.

Test der umgebauten Gleisbox. Drei Testgleise, auf denen drei Loks pendeln. Links das Trix C-Gleis mit 2 Stück RMEM2xI Strom-Rückmeldern. In der Mitte das Märklin C-Gleis, das hier als 2-Leiter-Gleis verwendet wird und ebenfalls mit 2 RMEM2xI ausgestattet ist, die natürlich als 2-fach-Stromfühler funktionieren. Ganz rechts ebenfalls Märklin C-Gleis für Mittelleiterbetrieb mit 2 x RMEM2xI in der Massesensor-Schaltung. Alles nur mit WLAN!

NACHBAU

Aufbau der Hardware.

Auf einer Lochrasterplatine (ganz ohne Kupferbahnen, aber mit Löt­in­seln auf der Unterseite) mit den Ab­messungen 43 × 56 mm finden beide Komponenten Platz. Das CAN Modul MCP2515 wird so „um­ge­baut“, dass die 7 plus 2 erforderlichen Stifte nach unten zei­gen. Sie schauen jetzt aus der un­be­stück­ten Seite raus. Der Umbau geht am einfachsten, wenn man die Löt­stellen der Stifte einzeln er­hitzt und mit einer Zange die Stifte aus dem flüssigen Lötzinn durch den gelben Plas­tik­sockel rauszieht. Die Boh­run­gen werden mit Sauglitze von Zinn befreit und/oder mit einem 0,8 mm Pla­ti­nen­boh­rer von Hand gesäubert. Dann wird eine neue 7-polige Stift­leiste eingelötet. Die beiden Stifte des Jumpers J1 können ganz ent­fal­len, genauso wie die Stifte „H“ und „L“. Das Auslöten der 2-poligen Klem­­me ist etwas diffiziler, aber mit wech­sel­­sei­­ti­­gem Er­hit­zen und Ver­kann­ten der Klemme, kommt sie relativ ein­fach raus. Auch diese Boh­run­gen werden ge­säu­bert. Anstelle der Klemme kommt jetzt eine 3-Polige Stiftleiste zum Ein­satz, bei dem man vorher den mittleren Stift gezogen hat. Das sind die An­schlüs­se CAN High und CAN Low, die besser im 2,54 mm Raster liegen als die Stifte H und L der 2-poligen Stiftleiste.
Der Wemos D1 Mini wird normal zu­sam­men­ge­baut, d. h., die mit­ge­lie­fer­ten 8-poligen Stift­­­leis­ten werden so eingelötet, dass sie von der Oberseite mit dem ver­ni­ckel­ten ESP8266 Baustein weg zeigen.
Die beiden Platinchen werden nun mit 2,54 mm Buch­sen­leis­ten ver­­se­hen, 2 x 8-polig, 1 x 7-polig und 1 x 3-polig und an­schließend auf der Lochrasterplatine so positioniert, dass rund­herum ein kleiner Rand frei­bleibt. Wenn alles passt und die Buchsenleisten flach auf der Platine auf­liegen, können die Löt­fahnen mit der Loch­raster­pla­ti­ne verlötet werden. Wenn das fertig ist, werden Wemos und MCP2515 von den Buchsen­leis­ten abge­zogen und das Verdrahten kann be­gin­nen. Am wenigsten Pro­ble­me gibt es, wenn man blanke ver­sil­berte Kup­fer­dräh­te ver­­wendet und diese auf der Ober­seite der Platine in Nord-Süd-Richtung und auf der Unterseite in Ost-West-Richtung ver­legt. Hat man mit dem Draht die X-Po­si­tion des Ziels er­reicht, wird er durch die Bohrung gezogen und auf der Un­ter­seite in Y-Richtung bis zum Ziel wei­ter­ge­führt. So kann man auch mit nicht isoliertem Draht die Platine kurzschlussfrei und mit wenig Aufwand ver­drah­ten.
Bei meiner Version der CAN2WLAN Brid­ge habe ich zwischen der Gleisbox und dem neuen Modul noch einen ver­dreh­sicher­en Stecker eingebaut. Die 4 Drähte, die von der Bridge an die Platine der Gleis­box gehen, können aber auch direkt angelötet werden. Es sind die An­schlüs­se +5V, Masse, CAN H und CAN Low.

Die +5V (roter Draht) und Masse (schwarzer Draht) werden auf die entsprechenden Lötpads der Gleisbox-Platine gelötet.
Die beiden CAN-Leitungen werden direkt am CAN-Bus-Stecker angelötet. CAN H = braun,
CAN l = braun/grün.

Firmware aufspielen

Bei einem neuen, bisher nicht benutzten, Wemos D1 Mini Ent­wick­lungs­sys­tem muss die Soft­ware über USB geladen werden. Ich verwende dazu die kostenlose Software NodeMCU-Flasher. Hier am Beispiel der CAN2WLAN Bridge. Zum Flashen der CAN2WLAN Bridge wird der Wemos D1 Mini aus seinen Buchsenleisten gezogen und nur über ein Micro-USB-Kabel mit dem PC verbunden.

Mit dem Zahnrad-Symbol wird die Firmware geladen.
Mit dem Button „Flash“ im Menü „Operation“ wird der
Flash-Vorgang gestartet. Die angezeigte STA MAC
sollte man sich eigentlich notieren, da man sie bei der
Adressvergabe im WLAN-Router benötigt. Leider stimmt die
letzte Stelle der angezeigten MAC Adresse nicht.
Der grüne Haken zeigt die erfolgreiche Übertragung
der Firmware an.

Das Wemos Modul wird immer noch über USB versorgt und startet deswegen sofort nach dem Laden der Firmware. Es muss sich mit dem Modellbahnnetzwerk verbinden (mit einem WLAN-Router). Es kennt aber weder die SSID des WLAN-Routers noch das dazugehörige Passwort und spannt deswegen ein eigenes tempo­räres WLAN-Netz auf. In der WLAN-Liste des PC wird dieses WLAN Netzwerk nach wenigen Sekunden (manchmal auch etwas mehr) an­ge­zeigt.

Das WLAN „AP3979“ ist das neue Netzwerk
des gerade geflashten Moduls. 3979 ist die
einmalige Kennzahl des Moduls und AP
steht für „Access Point“
Die Verbindung mit AP3979 steht.

Wir verbinden den PC mit diesem neuen Netzwerk und ver­wenden dazu das Passwort „NWKONFIG“ (Groß­buch­sta­ben). Sobald die Verbindung mit diesem Netzwerk steht, rufen wir den Internet-Browser unseres Vertrauens auf und tippen die Adresse http://192.168.4.1 ein.

Unter 192.168.4.1 präsentiert sich die Webseite
des Moduls mit der ID 3979.

Hier müssen wir zunächst unser Modellbahnnetzwerk konfi­gu­rieren. Solang wir das nicht gemacht haben, kann sich die CAN2WLAN Bridge nicht mit dem Router verbinden und bleibt die Überschrift rot. Wir klicken auf „WiFi Configuration“. Das nachfolgende Menü erscheint.

Hier tragen wir nur die SSID und das Passwort des Modell­bahn-WLAN-Routers ein. Wenn wir nun auf „Save Settings“ klicken, verbindet sich die CAN2WLAN Bridge mit diesem Netz­werk und erhält von dessen DHCP Server automatisch die nächste freie IP-Adresse. Die gerade noch verwendete Adresse 192.168.4.1 im temporären WLAN ist damit ungültig geworden und der Browser pro­testiert. Das temporäre WLAN APxxxx wird abgeschaltet und verschwindet nach einiger Zeit (Minuten) aus der WLAN-Liste.
Da wir jedoch die neue automatisch vergebene Adresse nicht kennen, rufen wir für die weitere Kon­­fi­gu­ra­tion der Bridge dieselbe Webseite über ihren Hostnamen auf. In diesem Beispiel ver­wen­den wir dazu in der Adresszeile des Browsers die Netzwerkadresse „http://AP3979.local/“ und schließen mit Enter ab. Andere Wemos-Module haben natürlich einen anderen Hostnamen.
Sollte der Aufruf der Webseite mit dem Namen der Bridge nicht gelingen, kann man dennoch die noch unbekannte IP-Adresse verwenden, indem man sie mit einem „Ping“ ermittelt. Wir ru­fen zu diesem Zweck die Eingabeaufforderung des PCs auf und geben den Befehl „Ping AP3979“ ein. Mit der jetzt gefundenen Adresse 192.168.20.126 können wir den Browser genauso wie mit dem Namen AP3979 füttern.

Auch der Ping-Befehl zeigt uns Namen und IP-Adresse

Wir stellen fest, dass sich die Farbe der Überschrift der Webseite von rot auf grün geändert hat. Das bedeutet, dass die WLAN-Verbindung mit dem WLAN-Router steht.

Die CAN2WLAN Bridge hat sich im Netzwerk
des WLAN-Routers eingeloggt. Die Überschrift
wurde grün.

Noch mal gehen wir in die „WiFi Configuration“:

Wir sehen, dass die Bridge die Adresse 126
erhalten hat. Das war die nächste freie Adresse
im DHCP Bereich meines TP-Link Routers.

Die Adresse 192.168.20.126, die wir hier sehen, ist aber nicht die Adresse, die man zur Steue­rung der Mo­dell­bahn verwenden möchte. Es können sich jederzeit andere Clients an den Rou­ter an- oder ab­mel­den und schon ist die näch­ste freie Adresse bei der nächsten An­mel­dung der CAN2WLAN Bridge eine andere. Da aber Mo­dell­­bahnsoftware und WLAN Rückmelder alle wissen müssen, unter welcher Adresse die Brid­ge bzw. die Kom­bination aus MS2 und Gleisbox erreicht werden kann, brauchen wir eine feste, immer glei­che IP-Adresse. Wir müssen des­we­gen den Router dazu bewegen, der Bridge immer die­selbe IP-Adresse zu geben. Wir verwenden dazu die MAC-ID oder die MAC-Adresse des Wemos Mo­duls. Leider war die MAC-ID, die beim Flashen angezeigt wurde, nicht ganz korrekt und deswegen schau­en wir in der CAN2WLAN Bridge selbst nach. Unter „Main Menu“ ⇾ „Information“ werden alle Daten der Bridge an­ge­zeigt, also auch die MAC-ID.

Die Informationsübersicht der CAN2WLAN Bridge.
Wir benötigen die Mac Adresse 84:F3:EB:ED:60:95.

Wir rufen die Web-Ober­fläche des Routers auf. Dazu verwen­den wir die angezeigte IP-Adresse des WiFi Routers 192.168.20.1. Im Router selbst suchen wir die Rubrik „DHCP“ und dort die „Address Reservation“. Aus der Infor­ma­tions­über­sicht kopieren wir die MAC Adresse der Brid­ge in die Zwi­schen­ablage und legen mit ihr einen neuen Eintrag in diese Tabelle an. Der MAC-Adresse wird nun eine freie IP-Adresse außer­halb des DHCP Pools zugeordnet.

Im Router wird damit festgelegt, dass das Bridge Modul mit der Mac-Adresse 84:F3:EB:ED:60:95 immer die IP-Adresse 192.168.20.100 erhält. Eine Adresse für unsere Gleisbox, die man sich gut merken kann. Genauso erhält mein PC „KellerShuttle“ immer die Adresse 192.168.20.200. Das sieht in der Adresstabelle des WLAN-Routers dann so aus:

Mein Modellbahn-PC „KellerShuttle“ und die CAN2LAN Bridge „AP3979“ erhalten bei jeder An­mel­dung immer dieselben Adressen 200 und 100. Die Lease Time steht dabei auf Per­ma­nent. Sonst wird eine IP-Adresse nach spätestens 48 Stun­den wieder frei für andere Geräte.

Wenn wir jetzt in der Web-Oberfläche der CAN2WLAN Bridge noch die Adresse des steuernden PCs eingeben, ist die Bridge bereit, die Befehle von Rocrail oder WDP an die Gleisbox wei­ter­zu­ge­ben und wir können am PC Weichen stel­len und Loks steuern. Mein PC hat die Adresse 200 und ich ver­wende ihn nicht nur zum Steuern der Modellbahn, aber auch zum Beobachten der Debug-Ausgabe mit dem Terminal-Programm „YAT“. Deswegen ist in der Webseite zur Eingabe der CVs zweimal die 200 eingetragen.

Die Konfiguration der CAN2WLAN Bridge ist
komplett. Noch ist die Debug-Ausgabe über
TCP auf eine Terminal-Software aktiv (2). Hier
sollte im Normalfall die 0 eingetragen sein.

Betrieb mit Win-Digipet

In Win-Digipet wird ein neues Projekt angelegt. Das Programm fragt, ob es die Einstellungen des vorherigen Projektes übernehmen soll. Da ich das neue Projekt mit der CAN2WLAN Bridge komplett neu aufbauen möchte, habe ich die Option nicht gewählt.

Mein neues Projekt heißt CAN2WLAN.

Nach einem Klick auf OK muss das neue Projekt ausgewählt (geladen) und gestartet werden. Unter Datei Systemeinstellungen wird als Digitalsystem-Typ Märklin und da Märklin Central Station 2 ausgewählt.

Zunächst wird als Digitalzentrale die Märklin Central Station 2 ausgewählt.
Eingabe der IP-Adresse der CAN2WLAN Bridge.

Was WDP noch benötigt, ist die IP-Adresse der Zentrale, in unserm Fall also die Adresse der CAN2LAN Bridge. Im Beispiel haben wir die Adresse 192.168.20.100 verwendet, die ich auch hier eingetragen habe. Die Ports werden von WDP korrekt vorgegeben, 15730 und 15731 über­nehmen wir. Wenn man nach dieser Eingabe Win-Digipet neu startet, wird die Verbindung zur CAN2WLAN Bridge sofort aufgebaut und die Kontrollleuchte der CAN2WLAN Zentrale leuchtet grün auf.

Win-Digipet ist online!

Jetzt geht es normal weiter, Gleisbild, Weichen, Signale, Rückmelder und Lokomotiven anlegen, eine Arbeit, die ich hier nicht weiter dokumentiere.


Betrieb mit Rocrail

Unter „Datei“, „Arbeitsbereich Öffnen“ wird ein neuer Projekt-Ordner an­gel­egt. Bei mir hat er den Namen „CAN2WLAN“. Wieder unter „Datei“ wird nun „Rocrail Eigenschaften“ geklickt. Hier wäh­len wir den Reiter „Zentrale“. Im Kasten „Neu“, wo die Vorgabe „virtual“ in der Drop-Down-Box steht, wählen wir „mbus“ und klicken auf „Hinzufügen“.

Auswahl einer neuen Zentrale mit mbus-Protokoll

Die vorgegebene virtuelle Zentrale vcs-1 wird markiert und gelöscht. Die Zentrale „NEW“ mit dem mbus-Protokoll wird nun auch markiert und wir klicken auf „Eigenschaften“.

Definition des mbus-Protokolls

Bei Schnittstellenkennung geben wir einen kurzen, aber prägnanten Namen ein, z. B. „c2w“. Dieser Namen wird in Rocrail an vielen Stellen zur Identifikation dieser Schnittstelle zur Hard­ware verwendet und als „IID“, Interface IDentifier abgekürzt. Wir wählen als Typ UDP und als Hostname geben wir die IP-Adresse der CAN2WLAN Bridge an, also wie im Beispiel 192.168.20.100.

Definieren der Schnittstelle

Unter dem Reiter „Optionen“ wird „Änderung“ aktiviert und „MSApp“ ausgewählt.

Optionen
Rückmelder

Was man unter dem Reiter „Rückmelder“ einträgt, ist unwichtig. Die Angabe der An­zahl Module unter S88 bewirkt nur, dass Rocrail beim Einschalten entsprechend viele S88-Module auf den Initialzustand abfragt. Alle WLAN Rückmelder von dieser Webseite senden aber beim Ein­schal­ten automatisch ihren Ini­tial­zu­stand. Da die im Gleisbett eingebauten Rück­melder reagieren können, nachdem Rocrail die Gleis­span­nung eingeschaltet hat und sie sich anschließend in das Modellbahnnetzwerk eingeloggt haben, würde die Abfrage von Rocrail nichts bringen.
Wenn man die Rocrail Einstellungen nun mit zweimal OK abschließt und den gerade definierten Ar­beits­bereich neu startet, kann man mit dem Button Gleisspannung einschalten, sofort überprüfen, ob die Ver­bindung der Gleisbox mit der Software funktioniert. Alles andere ist wie gehabt, Lokomotiven anlegen, Weichen und Rückmelder definieren, einen Gleisplan erstellen werden hier nicht weiter beschrieben. Rocrail kann allerdings im Gegensatz zu WDP MFX Loks (manchmal) automatisch erkennen.

WLAN-Rückmelder

Natürlich kann man immer eine eigene Zentrale für die Verarbeitung der Rückmeldungen in das Modellbahnsteuerprogramm einbinden.

Fortsetzung folgt . . . .


Nachbau des CAN2WLAN Gateways
Software für den Wemos D1 Mini im Gatewaycan2wlanudpv1.02.bin
Software für den 2-(4-)Bit WLAN Rückmelder2bwlanrmudpv1.06.bin
Software für den RMEM2xI Bettungsrückmelderrmem2xiudpv1.05.bin
Software für das CAN2WLAN Projekt

Die beiden Dateien für die (WLAN-)Rückmelder gehören fest zu diesem Projekt. Sie müssen nicht, aber können verwendet werden. An der Stelle kann jede andere S88- oder andersartige Zentrale für Rück­mel­dungen verwendet werden. Das erfordert aber einen eigenen Kom­mu­ni­ka­tions­ein­trag in der Modell­bahn­steue­rungs­software für diesen Scanner. Sollen die WLAN Rück­mel­der zusammen mit der Gleisbox und der CAN2WLAN Bridge verwendet werden, funk­tio­nie­ren auch nur diese, auf UDP umgestellten, Va­ri­an­ten. Für Tisch- und Teppich-Bahner sind sie ideal geeignet und die CAN2WLAN Bridge übernimmt die Wei­ter­lei­tung an die Mo­dell­bahn­soft­ware.

Stand 14.07.2022 G. Clemens

*) Märklin, Märklin Mini Club, Central Station, Trix, und Mobile Station sind eingetragene Warenzeichen der Firma Gebr. Märklin & Cie. GmbH, D-73033 Göppingen

**) Rocrail ist eingetragenes Warenzeichen von Robert Jan Versluis, D-67373 Dudenhofen

***) Win-Digipet ist eingetragenes Warenzeichen von Dr. Peter Peterlin, Tilsitstraße 2a, D-50354 Hürth